Versöhnung über den Gräbern als Weg zur Friedenserziehung und Völkerfreundschaft

Seit mehr als 12 Jahren unterstützen die Eichendorffschulen die Arbeit des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge
Jährliche Straßensammlungen im Vorfeld des Volkstrauertags und die Gestaltung der zentralen Gedenkfeier in der Stadt Wolfsburg sind wesentliche Bausteine des Projekts. Neben der Vermittlung von geschichtlichem Verständnis steht der Kompetenzerwerb im Vordergrund, vor allem was soziale Kompetenzen angeht. Am 5. Februar 2008 wurde das Engagement unserer Schülerinnen und Schüler im Landtag zu Hannover ausgezeichnet. Die Urkunde für vorbildlichen Einsatz bei der Förderung des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge erhielten - vom ehemaligen Landtagspräsidenten Rolf Wernstedt - auch die Lehrkräfte Falko Rösel (HS/RS) und Martina Wiora (Gymnasium). Aus punktuellen Anfängen hat sich im Laufe der Jahre ein pädagogisches Konzept entwickelt. Es findet seine Umsetzung im Wahlpflichtkursus "Friedenserziehung" für die gymnasialen Jahrgänge 7 und 8, der vom Schulreferenten des Bezirksverbands Braunschweig, Heinz-Günter Gutmann, begleitet wird: Die 10 Kriegsgräberstätten in Wolfsburg und den Ortsteilen werden mit Geschichts- und Erinnerungstafeln ausgestattet. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen die gestalterische und inhaltliche Umsetzung des Projekts. Martina Wiora
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Bezirksverband Braunschweig, kooperiert seit Jahren sehr erfolgreich mit der Eichendorffschule in Wolfsburg.
Frieden und Demokratie sind in Gefahr, wenn politisches Desinteresse, Gewaltbereitschaft und Anfälligkeit für radikales, fremdenfeindliches Gedankengut zunehmen. Schülerinnen und Schüler sollen begreifen, wie wichtig es ist, in einer demokratischen Gesellschaft zu leben. Dabei ist es nötig, sich kritisch mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und daraus für die Gegenwart und Zukunft zu lernen. Dabei gilt es auch, im eigenen Lebensbereich tolerant zu sein und Vorurteile kritisch zu hinterfragen. Diese pädagogischen Ziele werden bei der Friedenserziehung in der Eichendorffschule angestrebt. Jedes Schuljahr wird ein Wahlpflichtkurs, geleitet von Martina Wiora, angeboten, der in der Regel sehr gut besucht wird. Ein Ziel ist die Erarbeitung einer Geschichts- und Erinnerungstafel auf einer Kriegsgräberstätte in Wolfsburg. Dabei setzen sich die Schüler mit der Regionalgeschichte auseinander. Als konkretes Ergebnis wird eine Geschichts- und Erinnerungstafel erarbeitet und unter Beteiligung der Öffentlichkeit eingeweiht. Zu diesem Projekt existiert ein Kooperationsvertrag der Eichendorffschule, des Volksbundes und der BBS II in Wolfsburg, die in der Regel das Gestell herstellt. Weitere Schwerpunkte der Arbeit sind die Mitgestaltung des Volkstrauertages auf dem Klieversberg durch Schülerinnen und Schüler der Eichendorffschule und die Beteiligung an der Haus- und Straßensammlung des Volksbundes, der auf das Engagement von Ehrenamtlichen angewiesen ist. Beide Seiten arbeiten eng, verständnisvoll und engagiert miteinander, damit Schülerinnen und Schüler aus den Folgen von Krieg und Gewaltherrschaft lernen. Heinz-Günter Gutmann Schulreferent
Ein Beispiel einer Erinnerungstafel finden Sie unter: Service - Downloads - Kriegsgräberfürsorge.
Die WAZ über die Friedensarbeit an der Eichendorffschule - 10.11.2009
Schüler sammeln für Friedensarbeit
Eichendorffschule beteiligt sich an Aktion
 Sammeln für Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: Schüler der Eichendorffschule (Photowerk - mv)
(syt) Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und Stadt gedenken am Volkstrauertag (15. November) um 11.30 Uhr bei der zentralen Feier am Ehrenmal auf dem Klieversberg den Opfern von Kriegen. Wie in den Vorjahren lesen Schüler des Gymnasiums Eichendorffschule dort nachdenkliche Texte. Das gehört zu ihrem Wahlpflichtkursus „Friedenserziehung". Die Eichendorffschule macht noch mehr: Achte Klassen von Haupt- und Realschule sammeln ab Montag, 16. November, zwei Wochen lang in der Stadt Spenden für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. „Das ist eine schöne Tradition", lobt Kreisvorsitzender Werner Borcherding das Engagement. Auch die VfL-Nachwuchsspieler, die zur Eichendorffschule gehen, machen mit: Sie nutzen eine Stunde ihres Dienstags-Trainings, um in der Fuzo Geld für die Arbeit des Volksbundes zu sammeln. Dazu gehören neben Pflege von Kriegsgräbern auch Austausch-Programme für junge Leute und Friedensprojekte. Concetta Olivieri und Valentina Perricone (beide 17 Jahre) machen bereits zum vierten Mal bei der Haus- und Straßensammlung mit. „Wir wollen nicht nur über Frieden reden, sondern auch etwas dafür tun", unterstreichen sie. Wolfsburger Promis wie Bürgermeister Günter Lach sowie die Ortsbürgermeister Thorsten Werner und Klaus-Dieter Richter sammeln mit Wolfsburger Reservisten bereits am Samstag, 14. November, ab 11 Uhr in der Fuzo.
Der Kurier zum Volkstrauertag 2009 - 11.11.2009
Jugendliche und Erwachsene gestalten Feierlichkeiten
Volkstrauertag in Wolfsburg: Generationen Brückenschlag
 Der Volkstrauertag in Wolfsburg wird generationsübergreifend gestaltet: Die Lehrer Andreas Stolz, Martina Wiora, Stadtrat Werner Borcherding sowie Lehrer Falko Rösel und Jugendliche wirken mit.
Wolfsburg. (of)Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die Stadt Wolfsburg und die Gymnasiasten aus Wolfsburg werden sich bei der Feier um das GEdenken an die Opfer der Weltkriege mit einbringen. Die zentrale Gedenkfeier in Wolfsburg findet am Sonntag am Mahnmal auf dem Klieversberg statt. Sie beginnt um 11.30 Uhr. An dieser Veranstaltung zum Gedenken der Opfer aus Krieg und Verfolgung werden sich neben Vertretern der Stadt Wolfsburg und Kommunalpolitikern auch Schüler der Eichendorffschule und des Gymnasiums Fallersleber miteinbringen. Musikalisch eingerahmt wird die Gedenkfeier vom Orchester der Stadtwerke Wolfsburg. Die Gedenkrede wird in diesem Jahr von Prälat Heinrich Günther gehalten. „Die Rede hält jedes Jahr eine andere Wolfsburger Persönlichkeit. So werden verschiedene Standpunkte vermittelt", erklärt Stadtrat Werner Borcherding, Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Bereits zum dritten Mal an den Haus- und Strassensammlungen zum Volkstrauertag nehmen die beiden 14-jährigen Schillerinnen Concetta Olivieri und Valentina Perricone teil. „Es ist schön selber etwas beizutragen. Im Unterricht erfährt man zwar auch viel über den Volkstrauertag, aber im Gespräch mit den Menschen, die man während der Sammlung anspricht, erfährt man von Älteren auch viel über eigene Erlebnisse", berichtet Concetta Olivieri von der Eichendorffschule. "Wolfsburg schlägt den Bogen zwischen den Generationen. Das ist ein schönes Beispiel wie jüngere und ältere Menschen von einander lernen können", sagt Borcherding. Der Schwerpunkt bei der Jugendarbeit des Volksbundes läge vor allem im Jugend-Austausch zwischen Ost- und Westeuropa. Am 15. November beginnt die Gedenkfeier mit Kranzniederlegungen am Waldfriedhof um 10.45 Uhr, um 11.00 Uhr an der Gedenkstätte für die Opfer nationalistischer Gewaltherrschaft, um 11.15 Uhr am Gedenkstein am Laagberg und um 11.30 Uhr am Klieversberg. Die Gedenkfeiern in den Stadt-und Ortsteilen werden von den Ortsbürgermeistern geregelt.
Die WN zum Volkstrauertag - 16.11.2009
Erinnerungen an das Leid bleiben
150 Menschen gedachten am Mahnmal auf dem Klieversberg der Opfer von Krieg und Gewalt
 Werner Borcherding, Kreisvorsitzender des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, sprach während der zentrale Gedenkfeier zum Volkstrauertag. Sieben Eichendorffschüler und ihre Lehrerin sprachen Texte. Foto: regios24/Leppin
von Andreas Stolz: MITTE-WEST. Am Mahnmal auf dem Klieversberg hat der Kreisvorsitzende des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge Werner Borcherding gestern Vormittag rund 150 Wolfsburger begrüßt. „Gedenkarbeit zu vergangenen Kriegen und deren Opfer braucht öffentliche Orte. Besonders in einer Zeit, in der Zeitzeugen zum größten Teil nicht mehr zur Verfügung stehen", sagte er. Die zentrale Gedenkfeier zum Volkstrauertag besuchte unter anderem Wolfsburgs Ehrenbürger, der ehemalige VW-Vorstandsvorsitzende Carl Horst Hahn. „Wenn man wie ich das Glück hatte, den Zweiten Weltkrieg zu überleben, und all das Leid miterlebt hat, trägt man diese Erinnerung sein Leben lang mit sich", sagte er. Siegfried Thomas, während des Kriegs geboren, ist sei vielen Jahren Gast der Gedenkfeier. „Ich bin dankbar, dass mein Vater, der in Russland kämpfen musste, heil nach Hause gekommen ist", meinte er.
 Gedenkplatz im Schuleingang Foto: privat
An die Leiden der Kriegsopfer, das waren nicht nur die Soldaten, sondern auch Zivilisten, erinnerte Prälat Heinrich Günther in seiner Rede. Er spannte den Bogen von den militärischen Opfern zu den Gewaltopfern vergangener und heutiger Tage. Dass man „dafür gar nicht weit zu gehen braucht", verdeutlichte der Geistliche mit seinen Hinweisen auf die Gedenkstätte an der Werderstraße und das Lager in Rühen, wo 350 Kleinkinder und Säuglinge während der nationalsozialistischen Herrschaft zu Tode kamen. Günthers Appell: „Frieden kommt nicht von allein, man muss für ihn arbeiten. Eine Voraussetzung für Frieden ist, die Würde eines jeden Menschen zu achten." Einsatz zeigten sieben Eichendorffschüler und ihre Lehrerin Martina Wiora. Michelle Wosny, Tobias Oldenburg, Jan-Philipp Richter, David Katzmarek, Lorena Dodaro, Charlotte von Schemba und Kristina Kowis „bereicherten die Feier durch Textbeiträge", lobte Borcherding. Das Stadtwerke-Blasorchester unter Leitung von Stefan Köpf gab musikalisch einen würdigen Rahmen. Bei der Kranzniederlegung repräsentierte Bürgermeisterin Hiltrud Jeworrek die Stadt. Zum Schluss sangen die Teilnehmer der Gedenkfeier die Nationalhymne.
Die WN im Stadtgeflüster - 21.11.2009
Martina Wioras Engagement
 Jugendliche des Eichendorff-Gymnasiums haben die Zentrale Gedenkfeier am Klieversberg mitgestaltet. Foto: Andreas Stolz
Seit Jahren gestaltet Studienrätin Martina Wiora mit jugendlichen des Eichendorff-Gymnasiums die Zentrale Gedenkfeier am Klieversberg mit. Das hat pädagogische und persönliche Gründe. „Mein Vater war Mitglied im Volksbund und hat uns als Kinder schon zum Mahnmal am Klieversberg mitgenommen. Dass sich der Volksbund die Friedenserziehung und die internationale Jugendbegegnung auf die Fahne schreibt, kommt meinem pädagogischen Anliegen entgegen. Die Motivation zum Engagement hat sich noch erhöht, als ich während zweier Studienfahrten des Volksbund-Bezirksverbands Wolfsburg die Kriegsgräberstätten in Lommel, Ysselstein und Verdun mit eigenen Augen gesehen habe."
Die Wolfsburger Allgemeine Zeitung über eine Preisverteilung an Schüler und Lehrer der Eichendorffschule (5.2.2008)
Sammeln für Kriegsgräber: Landtag ehrte Schüler
Wolfsburger bekamen Ehrenurkunden – 115.000 Euro gespendet

(ane) Wolfsburger Schüler engagieren sich für den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge. Nun wurde ihr Einsatz im Landtag gewürdigt. Klasse, unser Einsatz wird anerkannt und gewürdigt“, freuten sich Kevin Krakau und Katharina Hadamek von der Eichendorffschule. Landtagspräsident Jürgen Gansäuer und der Landesvorsitzende des Volksbundes, Rolf Wernstedt, lobten sie und ihre Mitschülern Leroy Pollak, Concetta Olivieri und Nicole Kolasinski für ihr Engagement. Die Wolfsburger Schüler waren als Vertreter des Bezirksverbandes Braunschweig in den Landtag eingeladen. 115 000 Euro hatten die niedersächsischen Schüler insgesamt im letzten November gesammelt. Damit wird die Pflege der Kriegsgräber als Erinnerungsorte und die Internationale Jugendbegegnung unterstützt. Die Wolfsburger Schüler und ihre Lehrer Martina Wiora und Falko Rösel erhielten Ehrenurkunden.
Die WN über die Preisverleihung an Schüler und Lehrer der Eichendorffschule (16.02.2008)
Landtag ehrt Eichendorff-Schüler
Jürgen Gansäuer und Rolf Wernstedt danken für Hilfe bei Kriegsgräbersammlung
von Andreas Stolz: WOLFSBURG. Kevin Krakau und Katharina Hadamek von der Eichendorffschule waren bester Laune: "Klasse, unser Einsatz wird anerkannt und gewürdigt." Im niedersächsischen Landtag in Hannover hatten sie sich mit ihren Mitschülern Leroy Pollak, Concetta Olivieri und Nicole Kolasinski eingefunden. Landtagspräsident Jürgen Gansäuer und sein Vorgänger Rolf Wernstedt, jetzt Landesvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsoge, zeichneten engagierte Sammlerinnen und Sammler aus. Die Wolfsburger Jugendlichen waren bei dieser Premiere als Vertreter des Bezirksverbands Braunschweig dabei - und erhielten dafür ein dickes Lob von dessen Vorsitzendem Walter Johannes Herrmann. 115000 Euro haben Niedersachsens Schüler im November für die Arbeit des Volksbunds gesammelt. Und sie haben damit zwei große Aufgaben unterstützt, wie sowohl Gansäuer als auch Wernstedt vor 70 Gästen hervorhoben. Das sind die Pflege von Kriegsgräbern als Orte der Erinnerung und die internationalen Jugendbegegnungen als Beitrag zur Friedenserziehung. Der Kommandeur des Landeskommandos, Oberst Paul Bacher, sagte, die Sammler trügen dazu bei, den Satz "Versöhnung über den Gräbern" Wirklichkeit werden zu lassen. Von Jürgen Gansäuer und Rolf Wernstedt nahmen die Eichendorffschüler Ehrenurkunden entgegen - solche gab es auch für ihre Lehrer Martina Wiora und Falko Rösel. Die hatten die Jugendlichen zum Sammeln motiviert, und unterstützen selbst seit Jahren die Friedensarbeit des Volksbundes.
|